Do.. Feb. 19th, 2026

Welcher Begriff hat das Jahr 2025 geprägt? Die Gesellschaft für deutsche Sprache weiß die Antwort: Nichts hat das Denken, die Politik und die öffentliche Debatte stärker beeinflusst als die rasante Entwicklung der Künstlichen Intelligenz. Nach Einschätzung der Jury ist der Wandel, der durch digitale Systeme ausgelöst wurde, derart tiefgreifend, dass hier nur ein Wort passt: „KI-Ära“.

Ein Wort, das für den technologischen Umbruch steht

Die Gesellschaft für deutsche Sprache – kurz: GfdS – hat auf ihrer Website erklärt, dass die „KI-Ära“ zum Wort des Jahres 2025 gewählt wurde, weil Künstliche Intelligenz – die KI – längst nicht mehr nur ein Forschungsthema sei. Die Jury spricht hier von einem „tiefgreifenden Transformationsprozess“, der die weiten Bereiche des Alltags erreicht hat – das beginnt bei der Arbeitswelt, geht über die Bildung bis hin zur Kommunikation. Früher war die KI vorwiegend im Bereich Gaming beheimatet. Heute findet man die KI auch in Online Shops (Chatbots) oder in Online Casinos ohne Verifizierung. Hier erstellt dann die KI im Hintergrund individuelle Angebote, sodass die Spieler dem Casino weiterhin treu bleiben. Aber auch abseits von Gaming und Glücksspiel kommt die KI zum Einsatz: Text- und Bilderstellung ist mit KI genauso möglich wie die Datenanalyse. Bei genauerer Betrachtung gibt es aktuell kein Vorbeikommen an der KI.

Nach Einschätzung der Sprachwissenschaftler symbolisiert der Begriff auch einen historischen Einschnitt. KI-Systeme sind derart weit fortgeschritten, dass sie zunehmend mit der Industriellen Revolution verglichen werden können. Die „KI-Ära“ stehe daher für eine Zeit, in der Chancen und Risiken gleichermaßen sichtbar würden.

Andrea Ewels, die Geschäftsführerin der GfdS, betonte in ihrer Begründung, der Ausdruck sei natürlich bewusst gewählt, weil er knapp, eingängig und emotional aufgeladen sei. Damit eignet er sich, die Stimmung des Jahres 2025 einzufangen, die von Fortschrittsoptimismus, aber auch von gesellschaftlichen und ethischen Fragen rund um den Einsatz intelligenter Maschinen geprägt war.

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Welche Begriffe im Jahr 2025 sonst noch von Bedeutung waren

Auf den zweiten Platz der Auswahl hat es ein Wort geschafft, das es in den politischen Diskussionen weit über die US Grenzen hinaus geschafft hat: „Deal“. Der Begriff ist untrennbar mit der Rhetorik des amerikanischen Präsidenten Donald Trump verbunden. Wenn er über außenpolitische Abkommen oder wirtschaftliche Verhandlungen spricht, dann spricht er stets von „Deals“. Für Unterstützer steht dieser Begriff für Entschlossenheit, für die Kritiker bedeutet er nichts anderes als Vereinfachung und Selbstinszenierung.

Der Ausdruck „Land gegen Frieden“ hat es auf Platz 3 geschafft. Er beschreibt die Idee, dass die Ukraine im Rahmen eines möglichen Friedensabkommens mit Russland territoriale Verluste hinnehmen sollte. Für die Jury zeigt dieser Begriff ganz klar, wie stark die geopolitischen Konflikte das Jahr 2025 geprägt haben.

In der Spitzengruppe findet sich auch das Wort „Sondervermögen“. Damit ist der umfangreiche Fonds der Bundesregierung gemeint, der mit einem Volumen von 500 Milliarden Euro zusätzliche Investitionen in Infrastruktur und Klimaschutz ermöglichen soll.

Eine Liste, die den Zeitgeist abbilden soll

Jahr für Jahr wertet die Gesellschaft für deutsche Sprache tausende Vorschläge aus Medien, Öffentlichkeit und Wissenschaft aus. Dabei spielt die Häufigkeit eines Begriffs nicht die größte Rolle. Es gehe vor allem um dessen Bedeutung und die Wirkung, die er im kollektiven Gedächtnis entfaltet. Die Liste soll am Ende nichts anderes als ein sprachliches Spiegelbild der gesellschaftlichen Entwicklung darstellen.

Neben den Top-Begriffen tauchten in der Auswahl auch Wörter wie „Wehrdienst-Lotto“, „Drohnisierung“, „Wohlstandsverlust“ oder „Vertiktokung“ auf. All diese Worte verweisen auf Debatten, die von sicherheitspolitischen Herausforderungen über wirtschaftliche Unsicherheiten bis hin zu kulturellen Veränderungen reichen.

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Im vergangenen Jahr fiel die Wahl auf „Ampel-Aus“. Eine Formulierung, die den Zerfall der Regierungskoalition aus SPD, Grünen und FDP im Herbst 2024 auf den Punkt gebracht hat. Während dieses Wort ein politisches Ende markierte, mag die „KI-Ära“ hingegen auf einen Beginn hinweisen. Hier geht es um den Start einer Epoche, in der intelligente Systeme zunehmend unsere Welt gestalten.

Ob dieser Begriff auch in den nächsten Jahren Bestand haben wird, bleibt abzuwarten. Fest steht jedoch, dass 2025 das Jahr gewesen ist, in dem die Debatte über die Künstliche Intelligenz endgültig im Zentrum der Gesellschaft angekommen ist.

Tatsächlich gibt es die Aktion „Wort des Jahres“ schon seit dem Jahr 1977. Sie gilt als eine der bekanntesten sprachwissenschaftlichen Traditionen in Deutschland. Die Jury setzt sich aus Linguisten, Medienfachleuten und Mitgliedern des GfdS-Hauptvorstands zusammen. Es geht darum, dass man Begriffe identifiziert, die den „sprachlichen Nerv der Zeit treffen“.

Bild: https://www.pexels.com/de-de/foto/hand-buch-studieren-zeigen-9490406/

Von nesus