Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein unverzichtbares Controlling-Instrument, das Unternehmern einen detaillierten Überblick über die Finanzen und Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs gibt1. Als zentrale Kennzahlensammlung fasst sie alle wesentlichen Aspekte der Gewinn- und Verlustrechnung zusammen und ermöglicht es dir, dein Unternehmen effektiv zu steuern1. Monatlich erstellen über 2,5 Millionen Unternehmen und Steuerberater diese BWAs, die von Banken und Investoren häufig für Kreditanträge verlangt werden2.
Egal ob dein Betrieb groß oder klein ist – die BWA ist ein unverzichtbares Controlling-Tool, um dein Wachstum zu beobachten und geeignete Entwicklungsschritte einzuleiten1. Auch wenn die Erstellung nicht gesetzlich vorgeschrieben ist, ist sie essentiell für fundierte unternehmerische Entscheidungen1. In diesem Artikel erfährst du, wie eine BWA aufgebaut ist, welche Kennzahlen sie enthält und wie du sie für dein Unternehmen nutzen kannst.
Was ist eine BWA?
Eine BWA, auch bekannt als betriebswirtschaftliche Auswertung, ist ein wichtiges Instrument im Controlling für Unternehmen3. Sie bietet einen monatlichen Überblick über die finanzielle Situation des Unternehmens und ermöglicht es, schnell auf ungewöhnliche Schwankungen zu reagieren und fundierte Entscheidungen zu treffen3. Obwohl es keine gesetzliche Verpflichtung zur Erstellung einer BWA gibt, ist sie für Unternehmer*innen jeder Größenordnung empfehlenswert3.
Definition und Erklärung der BWA
Eine BWA ist eine detaillierte Übersicht über die Erlöse, Kosten und das Ergebnis eines Unternehmens4. Sie basiert auf den laufenden Daten aus der Finanzbuchhaltung und gibt Aufschluss über die aktuelle Kosten- und Erlössituation4. Insbesondere kleine und mittelständische Unternehmen nutzen die BWA als wichtiges Berichtswesen4.
Bedeutung der BWA als Controlling-Instrument
Die BWA ist ein zentrales Controlling-Instrument, da sie Unternehmer*innen einen umfassenden Einblick in die finanzielle Leistungsfähigkeit ihres Unternehmens gewährt5. Anhand der BWA können wichtige Kennzahlen wie die Eigenkapitalquote, die Gewinn-Kapitalmarktszins-Relation, die Nettoumsatzrendite, die Cash-Flow-Rate, den Kapitalrückfluss, die Entschuldungsdauer und das Working Capital analysiert werden5. Darüber hinaus zeigt die BWA Erlös- und Kostenarten, Ergebnisse des aktuellen Monats sowie Vergleiche zu vergangenen Zeiträumen auf3. Eine aussagekräftige BWA ist daher ein unerlässliches Werkzeug für fundierte Entscheidungen im Unternehmen4.
Aufbau einer BWA
Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein wichtiges Controlling-Instrument, das den Aufbau und die Struktur eines Unternehmens detailliert abbildet. Die BWA setzt sich aus verschiedenen Bestandteilen und Kennzahlen zusammen, die zusammengenommen ein umfassendes Bild der finanziellen Situation liefern6.
Bestandteile einer BWA
Zu den wesentlichen Bestandteilen einer BWA gehören die Umsatzerlöse, der Wareneinsatz, der betriebliche Rohertrag, die laufenden Kosten wie Personal- und Raummiete sowie das Betriebsergebnis (EBIT) und das vorläufige Ergebnis vor Steuern6. Diese Kennzahlen sind in einer standardisierten Struktur dargestellt, die sich an der Gewinn- und Verlustrechnung orientiert. Je nach Branche und Informationsbedürfnis können zusätzliche spezifische Kennzahlen in der BWA enthalten sein7.
Wichtigste Positionen in der BWA
Die wichtigsten Posten in einer BWA sind der Umsatz, der Wareneinsatz, der betriebliche Rohertrag, die laufenden Kosten sowie das Betriebsergebnis (EBIT) und das vorläufige Ergebnis. Der Umsatz zeigt die gesamten Erlöse aus der Geschäftstätigkeit. Der Wareneinsatz umfasst die direkten Kosten für Material und Waren. Der betriebliche Rohertrag, also die Differenz zwischen Umsatz und Wareneinsatz, ist ein Indikator für die Profitabilität6. Die laufenden Kosten wie Personal- und Raumkosten müssen aus dem Rohertrag gedeckt werden. Das EBIT stellt das tatsächliche Betriebsergebnis dar, bevor Zinsen und Steuern berücksichtigt werden. Das vorläufige Ergebnis ist schließlich der Gewinn vor Steuern8.
Je nach Branche und Unternehmenssituation können in der BWA weitere spezifische Kennzahlen enthalten sein, die für die Steuerung und Analyse relevant sind7. Diese Kennzahlen liefern wertvolle Informationen zur finanziellen Performance und Rentabilität des Unternehmens.
Wie sieht eine BWA aus? Beispiel und Erläuterung
Eine betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) bietet einen detaillierten Überblick über die finanzielle Lage und Leistungsfähigkeit eines Unternehmens9. Sie dient als wichtiges Controlling-Instrument, um frühzeitig mögliche Probleme zu erkennen und Gegenmaßnahmen zu ergreifen9.
Der typische Aufbau einer BWA sieht wie folgt aus: In der ersten Spalte werden die Erlös- und Kostenpositionen aufgelistet, wie Umsätze, Wareneinsatz, Personalkosten oder sonstige Betriebskosten10. Die zweite Spalte zeigt die Werte für den aktuellen Berichtszeitraum, häufig ein Monat10. In den folgenden Spalten werden diese Werte ins Verhältnis zur Gesamtleistung, zu den Gesamtkosten ohne Wareneinsatz und zur Mitarbeiterproduktivität gesetzt11.
Die Spalten 7-11 enthalten die kumulierten Werte für das laufende Geschäftsjahr. So lässt sich die aktuelle Unternehmenssituation detailliert analysieren und beurteilen9. Ein Vergleich mit Vorjahreswerten oder Branchendurchschnittswerten gibt zusätzliche Einblicke in die Performance des Unternehmens11.
| Position | Aktueller Monat | Anteil an Gesamtleistung | Anteil an Gesamtkosten | Mitarbeiterproduktivität | Kumuliert bis Vormonat | Kumuliert bis aktueller Monat |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Umsätze | 500.000 € | 100% | – | – | 3.000.000 € | 3.500.000 € |
| Wareneinsatz | 125.000 € | 25% | – | – | 750.000 € | 875.000 € |
| Personalkosten | 175.000 € | – | 35% | 2.857 €/MA | 1.050.000 € | 1.225.000 € |
| Sonstige Betriebskosten | 75.000 € | – | 15% | – | 450.000 € | 525.000 € |
| Betriebsergebnis (EBIT) | 125.000 € | 25% | – | – | 750.000 € | 875.000 € |
Die Struktur der BWA beinhaltet üblicherweise eine Summen- und Saldenliste (SuSa), eine kurzfristige Erfolgsrechnung (KER) sowie einen Wertenachweis10. Diese Komponenten liefern umfassende Informationen über die Ertrags- und Vermögenslage des Unternehmens, die für Kreditanalysen und strategische Entscheidungen unverzichtbar sind10.
Arten von BWAs
Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein monatlicher Finanzbericht, der auf den Daten der Buchführung basiert und einen kompakten Überblick über die wesentlichen Leistungskennzahlen der Unternehmenssituation bietet12. Unternehmen nutzen die BWA vor allem, um die aktuelle Geschäftslage für interne und externe Interessengruppen zu bewerten12. Obwohl es keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung von monatlichen BWAs gibt, sind sie insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen (KMU) mit Pflicht zur Doppelbuchführung sehr nützlich12.
Verschiedene Formen der BWA
Es gibt verschiedene Formen und Darstellungen der betriebswirtschaftlichen Auswertung, die auf die Bedürfnisse und Branche des Unternehmens abgestimmt sind12. Neben der Standardformat-BWA 01 gibt es beispielsweise die Arzt-BWA 02, die Controllingreport-BWA 04, die Gesamtkostenverfahren-BWA 05, die Umsatzkostenverfahren-BWA 06, die Steuerberater-BWA 10 oder die Handwerks-BWA 2013. Diese unterscheiden sich in der Gliederung und Detaillierung der Positionen, um den spezifischen Informationsbedarf der jeweiligen Branche oder des Unternehmens bestmöglich abzubilden.
Branchen-spezifische BWA-Formate
Je nach Branche und Unternehmenstyp stehen verschiedene BWA-Formate zur Verfügung, um den individuellen Informationsbedarf bestmöglich abzubilden13. So gibt es beispielsweise eine Arzt-BWA, eine Rechtsanwalts-BWA, eine Handwerks-BWA oder eine Kapitalflussrechnungs-BWA14. Diese Formate unterscheiden sich in der Gliederung und Darstellung der Erlös- und Kostenpositionen, um die Besonderheiten der jeweiligen Branche zu berücksichtigen13. Mithilfe dieser angepassten BWA-Formate können Unternehmer ihre Finanzkennzahlen präzise analysieren und branchenspezifische Vergleiche anstellen.

„Unternehmen, die monatlich eine BWA erstellen, können Schwachstellen schneller erkennen und passende Maßnahmen ergreifen.“14
Wer erstellt die BWA?
Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) wird in der Regel vom Steuerberater erstellt15. Als externer Experte hat der Steuerberater Zugriff auf alle erforderlichen Buchhaltungsdaten und kann die BWA professionell und standardisiert erstellen15. Viele Unternehmer beauftragen ihren Steuerberater daher mit der regelmäßigen Erstellung der BWA15. Der Steuerberater übernimmt somit eine wichtige Rolle als kompetenter Ansprechpartner und Berater in Finanzfragen.
Die Rolle des Steuerberaters
Grundsätzlich kann jedoch auch der Unternehmer selbst oder eine interne Buchhaltung die BWA erstellen, sofern die dafür notwendigen Voraussetzungen erfüllt sind15. Mehr als zwei Millionen deutsche Unternehmen nutzen regelmäßig die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA)16. Der Steuerberater ist in vielen Fällen der kompetente Partner, der die BWA für das Unternehmen erstellt und interpretiert.
„Die BWA liefert regelmäßige Updates über die finanzielle Situation im Vergleich zur Bilanz, die einmal jährlich erfolgt.“15
Die „BWA 01“ wurde in den 1960er Jahren von DATEV veröffentlicht und ist bis heute verbreitet16. Steuerberater können dem Unternehmer die BWA als wichtiges Controlling-Instrument empfehlen und bei der Erstellung unterstützen.
Wie oft wird eine BWA erstellt?
Die Betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) wird in der Regel monatlich oder quartalsweise erstellt, je nachdem, wie häufig das Unternehmen seine Umsatzsteuervoranmeldung abgibt17. Für ein effektives Controlling ist ein monatlicher Rhythmus empfehlenswert, da so aktuelle Entwicklungen schnell erkannt und Gegenmaßnahmen eingeleitet werden können18. Die BWA wird automatisch vom Steuerberater oder der internen Buchhaltung erstellt, sobald die Geschäftsvorfälle eines Zeitraums vollständig gebucht sind.
Die BWA eignet sich vor allem für kleine und mittelständische Unternehmen (KMU), die zur doppelten Buchführung verpflichtet sind17. Große Unternehmen und Kapitalgesellschaften nutzen oft detailliertere und umfassendere Finanzberichte im Vergleich zur BWA18. Es gibt verschiedene Formen der BWA, darunter die Standard BWA und die erweiterte BWA, welche spezifische Branchenbezüge oder Controlling-Aspekte berücksichtigen kann17.
Neben der BWA gibt es weitere betriebswirtschaftliche Auswertungen wie die Soll-Ist-Vergleichsanalyse (SuSa), welche detailliertere Einblicke in Liquidität, Rentabilität und Unternehmenserfolg erlaubt17. Die SuSa kann für Reporting für externe Geldgeber, Steuerhochrechnungen und betriebsinternes Controlling genutzt werden17. Eine weitere Möglichkeit ist die OPOS (offene Posten Liste), die zur Überwachung betriebswirtschaftlicher Kennzahlen eingesetzt wird17.

Zusammenfassend lässt sich sagen, dass die BWA ein wichtiges Controlling-Instrument ist, das in den meisten Unternehmen monatlich oder quartalsweise erstellt wird, um die finanzielle Situation kontinuierlich zu überwachen und zu analysieren1718.
Ist die BWA Pflicht?
Entgegen weit verbreiteter Annahmen besteht in Deutschland keine gesetzliche bwa pflicht für Unternehmen, eine betriebswirtschaftliche auswertung zu erstellen13. Dennoch ist die regelmäßige Erstellung einer BWA für Unternehmen aller Branchen und Größen äußerst empfehlenswert13.
Banken, Investoren und Geschäftspartner verlangen in der Regel die Vorlage aktueller BWAs, etwa bei der Beantragung von Krediten13. Auch Behörden können die gesetzliche verpflichtung betriebswirtschaftliche auswertung einfordern13. Darüber hinaus ist die BWA ein wichtiges internes Controlling-Instrument, das Unternehmern einen detaillierten Überblick über die Finanzen und Wirtschaftlichkeit ihres Betriebs gibt13.
Die BWA ermöglicht einen monatsaktuellen Blick auf die Gesamtleistung und Entwicklung des Unternehmens13. Sie dient als hilfreiche Grundlage für unternehmerische Entscheidungen und ist wichtig für die Einschätzung des Zahlungsausfallrisikos durch Banken, Lieferanten und Geschäftspartner13. Zudem können Schwachstellen aufgedeckt und Optimierungsmaßnahmen abgeleitet werden13.
Auch wenn keine gesetzliche bwa pflicht besteht, sollten Unternehmer die regelmäßige Erstellung einer BWA in Betracht ziehen, um ihr Unternehmen bestmöglich zu steuern und gegenüber externen Partnern konkurrenzfähig zu bleiben.
Fazit
Die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ist ein unerlässliches Controlling-Instrument für Unternehmer. Sie bietet dir einen detaillierten Überblick über die Finanzen und Wirtschaftlichkeit deines Betriebs und ermöglicht es dir, fundierte Entscheidungen zu treffen19. Obwohl es keine gesetzliche Pflicht zur Erstellung einer BWA gibt, empfiehlt es sich für Unternehmer aller Größen und Branchen, regelmäßig eine BWA erstellen zu lassen – sei es durch den Steuerberater oder durch die interne Buchhaltung19. Nur so kannst du frühzeitig Probleme erkennen, Optimierungspotenziale identifizieren und gezielt gegensteuern.
Die BWA ist ein unverzichtbares Controlling-Instrument für den unternehmerischen Erfolg19. Sie bietet dir einen detaillierten Überblick über die Finanzen und Wirtschaftlichkeit deines Unternehmens und ermöglicht es dir, fundierte Entscheidungen zu treffen19. Egal ob klein oder groß, Unternehmer aller Branchen profitieren von der regelmäßigen Erstellung einer BWA, um ihre finanzielle Lage zu überwachen und strategische Entscheidungen zu unterstützen19.
Zusammengefasst ist die betriebswirtschaftliche Auswertung (BWA) ein unverzichtbares Controlling-Instrument, das dir einen detaillierten Überblick über die Finanzen und Wirtschaftlichkeit deines Unternehmens bietet19. Lass dir regelmäßig eine BWA erstellen, um frühzeitig Probleme zu erkennen, Optimierungschancen zu identifizieren und erfolgreich gegenzusteuern19.





