Kaum zu glauben, aber über 90% der Deutschen sind gesetzlich krankenversichert1. Doch für Selbstständige gibt es neben der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) noch eine weitere Option: die private Krankenversicherung (PKV). Beide Versicherungsformen haben ihre Vor- und Nachteile, die es sorgfältig abzuwägen gilt.
Der Vorteil der PKV liegt in ihrer Individualität – du kannst deinen Tarif genau auf deine Bedürfnisse abstimmen. Außerdem kannst du die Leistungen und Kosten flexibel an deine Situation anpassen. Junge, gesunde Selbstständige können sich in der PKV bereits für unter 200 Euro im Monat versichern1. Später lässt sich der Tarif dann aufstocken, wenn größerer Versicherungsschutz benötigt wird. Allerdings musst du in der PKV die Beiträge komplett selbst tragen, ohne Zuschuss vom Arbeitgeber.
In der GKV profitierst du hingegen von der Familienversicherung und festen Beitragssätzen. Der allgemeine Beitragssatz beträgt 14,6%1, der durchschnittliche Zusatzbeitrag 1,7%1. Der Beitrag wird dabei anhand deines Einkommens berechnet, bis zur Beitragsbemessungsgrenze von 5.175 Euro brutto pro Monat1. Ältere Selbstständige zahlen in der GKV oft sogar niedrigere Beiträge als in der PKV.
Letztendlich hängt die Entscheidung zwischen GKV und PKV von deiner individuellen Situation ab – vom Alter, Gesundheitszustand und Familienstand bis hin zu deinem Budget. Informiere dich am besten ausführlich, um die passende Krankenversicherung für dich als Selbstständiger zu finden.
Gesetzliche oder private Krankenversicherung für Selbstständige
Als Selbstständiger hast du die Wahl zwischen der gesetzlichen Krankenversicherung (GKV) und der privaten Krankenversicherung (PKV). Jede Option hat ihre eigenen Vor- und Nachteile, die es sorgfältig gegeneinander abzuwägen gilt.
Grundlegende Unterschiede zwischen GKV und PKV
In der GKV wird dein Beitrag nach deiner wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit berechnet. Der Beitragssatz liegt aktuell bei ca. 15,5%, inklusive eines durchschnittlichen Zusatzbeitrags von 0,9%2. Im Gegensatz dazu variieren die Beiträge in der PKV je nach deinem Einstiegsalter, deinen gewünschten Leistungen und deinem Gesundheitszustand. Bei einem Selbstbehalt von 0 € können die monatlichen Kosten zwischen 424 € und 822 € liegen2.
Ein weiterer Unterschied: In der PKV kann ein Risikozuschlag verlangt werden, falls du zuvor gesundheitliche Probleme hattest2. Außerdem werden die PKV-Beiträge in der Regel jährlich um 3% bis 8% angepasst2. Hinzu kommen zusätzliche Kosten für mitversicherte Kinder, die mindestens 80 € pro Kind und Monat betragen2.
Kostenberechnung und Leistungsumfang
Um die PKV günstiger als die GKV zu empfinden, musst du ein Mindesteinkommen von 4.658 € pro Monat erreichen2. Anders als Arbeitnehmer musst du als Selbstständiger die gesamten Beiträge für die PKV selbst finanzieren2. Für eine langfristige Planung sind stabile Einnahmen, ein passender Selbstbehalt und Rücklagen wichtig2.
Der Leistungsumfang in der GKV und PKV unterscheidet sich ebenfalls. In der GKV sind die Basisleistungen gesetzlich festgelegt, während du in der PKV deinen Versicherungsschutz individuell gestalten kannst3. Allerdings bietet die GKV auch Vorteile wie zum Beispiel die Familienversicherung und Kostenbegrenzungen3.
Die Entscheidung zwischen GKV und PKV ist eine wichtige Weichenstellung für dich als Selbstständigen. Neben den finanziellen Aspekten solltest du auch dein Alter, deinen Gesundheitszustand und deine familiäre Situation berücksichtigen3.
Vorteile der gesetzlichen Krankenversicherung für Selbstständige
Als Selbstständiger bietet dir die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) einige attraktive Vorteile, die es zu berücksichtigen gilt. Ein großer Vorteil ist, dass dein Ehepartner und deine Kinder in der Familienversicherung kostenfrei mitversichert werden können3. Zudem musst du bei Behandlungen keine Kosten vorfinanzieren, sondern diese werden direkt von der GKV übernommen.
Familienversicherung und Kostenbegrenzung
Dein Beitrag zur GKV richtet sich nach deinem Einkommen. Je höher dein Verdienst, desto höher fällt auch dein monatlicher Beitrag aus. Allerdings profitierst du als Selbstständiger von einer Beitragsbemessungsgrenze, die den monatlichen Höchstbetrag auf rund 1.050 Euro begrenzt3. Gerade für Familien mit Kindern ist die Familienversicherung in der GKV besonders attraktiv, da diese beitragsfrei mitversichert werden können3.
Niedrigere Beiträge für ältere Selbstständige
Ein weiterer Vorteil der GKV ist, dass deine Beiträge im Alter meist günstiger ausfallen als in der privaten Krankenversicherung (PKV)3. Der allgemeine Beitragssatz für hauptberuflich Selbstständige liegt bei 14,6 Prozent3, während der ermäßigte Beitragssatz für Selbstständige ohne Anspruch auf Krankengeld 14,0 Prozent beträgt3. Allerdings können Selbstständige mit geringem Einkommen die Mindestbemessungsgrundlage in der GKV häufig nicht stemmen.

„Die GKV bietet Selbstständigen eine attraktive und kostengünstige Alternative zur PKV, insbesondere im Alter und für Familien.“
selbstständig krankenversicherung gesetzlich oder privat
Als Selbstständiger hast du die Wahl zwischen einer gesetzlichen (GKV) oder einer privaten Krankenversicherung (PKV). Diese Entscheidung hängt von verschiedenen Faktoren ab, wie deinem Alter, Einkommen und Gesundheitszustand4.
In der GKV basiert der Beitrag auf deinem Einkommen und einem festen Beitragssatz. Der monatliche Höchstbeitrag beträgt 2023 €4.987,505. Im Gegensatz dazu wird der PKV-Beitrag individuell anhand deiner Versicherungsleistungen und deines persönlichen Risikos berechnet, nicht nach deinem Einkommen5.
Ein wichtiger Vorteil der GKV ist, dass deine Familienmitglieder mit geringem oder keinem Einkommen kostenlos mitversichert werden können. In der PKV benötigt jedes Familienmitglied einen eigenen Vertrag und muss einen separaten Beitrag zahlen5.
Während die GKV-Beiträge sich an dein Einkommen anpassen und in Phasen mit niedrigeren Einnahmen sinken, bleiben die PKV-Beiträge unabhängig von deinen Einkommensschwankungen gleich5. Zudem sind für bestimmte Leistungen wie alternative Behandlungen, Krankenhauskomfort oder umfassende Vorsorge in der GKV zusätzliche private Versicherungen erforderlich, was die Kosten weiter erhöht5.
Ein Wechsel von der PKV zurück in die GKV während deiner Selbstständigkeit ist in der Regel nicht mehr möglich4. Daher ist es wichtig, die Vor- und Nachteile sorgfältig abzuwägen, um die passende Krankenversicherung für dich zu finden. Entscheidend sind dein Alter, dein Gesundheitszustand und deine familiäre Situation.

Zusammenfassend bietet die GKV einen festgelegten Leistungskatalog, soziale Absicherung und möglicherweise geringere Beiträge, insbesondere in Phasen mit niedrigem Einkommen. Die PKV hingegen ermöglicht einen individuelleren Versicherungsschutz, aber die Beiträge können im Alter höher ausfallen6. Ob gesetzlich oder privat – die Wahl der Krankenversicherung als Selbstständiger sollte stets sorgfältig abgewogen werden546.
Entscheidungsfaktoren bei der Wahl zwischen GKV und PKV
Bei der Entscheidung zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) als Selbstständiger sind verschiedene Faktoren zu berücksichtigen. Zum einen spielt dein Alter und Gesundheitszustand eine wichtige Rolle. Jüngere und gesunde Selbstständige können in der Regel von günstigeren Beiträgen in der PKV profitieren7. Ältere oder Selbstständige mit Vorerkrankungen hingegen können oft von der GKV mit ihren gedeckelten Beiträgen mehr profitieren8.
Auch dein Familienstand und die Anzahl der Kinder beeinflussen die Wahl zwischen GKV und PKV. In der GKV können Familienmitglieder kostenfrei mitversichert werden, während in der PKV jedes Familienmitglied einzeln versichert werden muss8. Selbstständige ohne Kinder müssen zudem in der GKV einen höheren Beitrag für die Pflegeversicherung zahlen7.
| Kriterium | Gesetzliche Krankenversicherung (GKV) | Private Krankenversicherung (PKV) |
|---|---|---|
| Beitragshöhe | Mindestens 225,06 Euro monatlich, Höchstbeitrag 1.019,48 Euro monatlich (2024)9 | Individuell wählbar, abhängig von Alter, Gesundheitszustand und Tarif, Höchstbeitrag ca. 890 Euro monatlich im Basistarif (2024)7 |
| Leistungsumfang | Gesetzlich festgelegter Leistungskatalog, Krankengeld bis 120,75 Euro pro Tag7 | Individuell wählbare Leistungen wie Zahnersatz, Chefarztbehandlung etc., Krankengeld ab 10 Euro pro Tag7 |
| Familienversicherung | Familienmitglieder können kostenfrei mitversichert werden8 | Jedes Familienmitglied muss einzeln versichert werden8 |
| Mutterschaftsleistungen | Mutterschaftsgeld bis 13 Euro pro Tag7 | Einmalige Zahlung von 210 Euro7 |
Insgesamt ist es wichtig, deine individuellen Bedürfnisse und Lebensumstände sorgfältig abzuwägen, um die für dich am besten geeignete Krankenversicherung zu finden. Dabei solltest du die Vor- und Nachteile beider Systeme genau prüfen.
Fazit
Bei der Wahl zwischen gesetzlicher (GKV) und privater Krankenversicherung (PKV) für Selbstständige gibt es keine allgemeingültige Empfehlung10. Rund 90% der Menschen in Deutschland sind in der GKV versichert, während der Rest eine private Versicherung wählt10. In der PKV stehen etwa 120 Tarife zur Verfügung, von denen 3 als sehr gut eingestuft werden10. Die PKV bietet in der Regel auch umfangreichere Leistungen als die GKV10.
Eine private Versicherung kann sich für Singles und kinderlose Doppelverdiener-Paare mit hohem Einkommen lohnen11. Im Alter steigen die Beiträge in der PKV oft stark an, während sie in der GKV vom Einkommen abhängen10. Selbstständige mit geringem Einkommen können die Mindestbeiträge der GKV12 häufig nicht aufbringen. Der Wechsel von der PKV zur GKV ist zudem oft nicht einfach, da dafür bestimmte Voraussetzungen erfüllt sein müssen10.
Letztendlich hängt die Entscheidung von den individuellen Umständen, dem Gesundheitszustand und dem Einkommen ab11. Es ist wichtig, alle Faktoren sorgfältig abzuwägen und die für die eigene Situation am besten geeignete Option zu wählen, um den optimalen Krankenversicherungsschutz zu erhalten.





